{"id":1631,"date":"2017-10-01T16:01:58","date_gmt":"2017-10-01T14:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/progress-foundation.nexline.ch\/?p=1631"},"modified":"2021-07-06T16:04:00","modified_gmt":"2021-07-06T14:04:00","slug":"das-antiamerikanische-jahrhundert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pf.annen.ch\/en\/2017\/10\/01\/das-antiamerikanische-jahrhundert\/","title":{"rendered":"Das antiamerikanische Jahrhundert?"},"content":{"rendered":"<p>Zu Zeiten Donald Trumps geh\u00f6rt es in Europa fast zum guten Ton, sich grunds\u00e4tzlich negativ \u00fcber die amerikanische Politik zu \u00e4ussern. Der 45. Pr\u00e4sident der USA ist auf dem alten Kontinent wohl so unbeliebt wie kein anderer zuvor. Leitmedien berichten mittels Liveticker \u00fcber jeden neuen Fauxpas Trumps, und mancherorts wird gar schon \u00fcber den Untergang des Westens diskutiert. Ist der Westen wirklich am Ende? Brauchen sich Europa und Amerika \u00fcberhaupt noch? Die Progress Foundation publizierte zu diesem Thema im Jahr 2005 das Buch \u00abDer Westen \u2013 was sonst?\u00bb, herausgegeben von Hansrudolf Kamer und Michael Z\u00f6ller. Darin befassen sich diverse Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Perspektiven mit der transatlantischen Partnerschaft. <\/p>\n<p>Einer davon ist Ivan Krastev. Der Vorsitzende des Centre for Liberal Strategies in Sofia stellte damals die These auf, dass das 21. Jahrhundert als das \u00abantiamerikanische Jahrhundert\u00bb in Erinnerung bleiben werde. Bisher scheint er mit dieser Prognose Recht bekommen zu haben, auch wenn seine Argumentation anderer, grunds\u00e4tzlicher Natur war. Gem\u00e4ss Krastev war das 20. Jahrhundert durch Amerika als Verfechter der Demokratie und des Kapitalismus gepr\u00e4gt. Seit den Terroranschl\u00e4gen vom 11. September 2001 habe sich dies jedoch stark ge\u00e4ndert. Der Antiamerikanismus habe weltweit zugelegt und finde seinen Ausdruck in unterschiedlichsten Formen, von terroristischen Anschl\u00e4gen bis zur grunds\u00e4tzlich negativen Einstellung gegen\u00fcber der amerikanischen Politik. Doch woher stammt diese Antipathie? Krastev kommt zum Schluss, dass der Antiamerikanismus \u00abnicht von der Sorge um Amerika getrieben (sei), sondern von den inneren Widerspr\u00fcchen postideologischer Politik\u00bb. Die Demokratien seien heute Gesellschaften, in denen es keine klaren Feinde mehr gebe und Tr\u00e4ume unausgesprochen blieben. Trotz Wirtschaftswachstum und Wohlstand f\u00fchlten sich die Menschen nicht gl\u00fccklicher, sondern hingen Verschw\u00f6rungsphantasien nach. Wegen der \u00abLeere postideologischer und postutopischer Politik, ihrer subversiven Langweiligkeit\u00bb seien die Menschen gegen Amerika, \u00abweil sie gegen alles sind \u2013 oder weil sie nicht so genau wissen, wogegen sie sind.\u00bb<\/p>\n<p><strong>BUCH<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/publikationen\/buecher\/der-westen-was-sonst\/\">Der Westen &#8211; was sonst?<\/a>  (NZZ Verlag) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Zeiten Donald Trumps geh\u00f6rt es in Europa fast zum guten Ton, sich grunds\u00e4tzlich negativ \u00fcber die amerikanische Politik zu \u00e4ussern. Der 45. Pr\u00e4sident der USA ist auf dem alten Kontinent wohl so unbeliebt wie kein anderer zuvor. 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