{"id":2094,"date":"2001-12-01T23:53:23","date_gmt":"2001-12-01T22:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/progress-foundation.nexline.ch\/?p=2094"},"modified":"2021-07-11T23:01:56","modified_gmt":"2021-07-11T21:01:56","slug":"was-darf-man-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pf.annen.ch\/en\/2001\/12\/01\/was-darf-man-wissen\/","title":{"rendered":"Was darf man wissen?"},"content":{"rendered":"<p>(NZZ \u2013 INLAND &#8211; Samstag\/Sonntag, 1.\/2. Dezember 2001, Nr. 280, Seite 18)      <\/p>\n<h2>Referate zur Privacy-Debatte in Z\u00fcrich<\/h2>\n<p><em>hof.<\/em> Wie umfassend ist der Schutz der Privatsph\u00e4re? Und wie viel m\u00fcssen die B\u00fcrger von sich preisgeben? Auf Einladung der Progress Foundation und des Liberalen Instituts haben am Donnerstag in Z\u00fcrich zwei Rechtsprofessoren die Kerne der Privacy-Debatte, die in Zeiten allgemeiner Verunsicherung neue Brisanz erh\u00e4lt, herausgesch\u00e4lt.    <\/p>\n<p>Von sich wolle man nichts preisgeben, aber \u00fcber den anderen wolle man alles wissen, sagte <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/personen\/richard-a-epstein\/\">Richard A. Epstein<\/a>, Professor an der Universit\u00e4t von Chicago. Rechtlich gehe es darum, im \u00abHandel\u00bb zwischen Geheimnis und Transparenz einen sozialvertr\u00e4glichen Kompromiss zu finden. Ausgetauscht w\u00fcrden Rechte: \u00abWie im Sozialvertrag sind wir dazu aufgefordert, Rechte aufzugeben, um gr\u00f6ssere Sicherheit f\u00fcr die bleibenden Freiheiten zu erhalten.\u00bb Epstein verglich das Recht auf Privatheit mit dem Recht auf Eigentum: Privateigentum und der freiwillige Austausch seien die haupts\u00e4chlichen Prinzipien sozialer Organisation.    <\/p>\n<p>\u00dcbertragen auf die Privatheit und den Austausch von Informationen, pl\u00e4dierte Epstein f\u00fcr den grunds\u00e4tzlich freien Fluss von Informationen. Lediglich der Missbrauch geh\u00f6re bestraft. So sei es unsinnig, dass es dem Arbeitgeber untersagt sei, dem Arbeitnehmer gewisse Fragen, zum Beispiel zur Gesundheit, zu stellen. Er werde versuchen, die Information auf anderen Wegen zu erhalten, sagte Epstein. F\u00fcr beide Seiten sei es vorteilhafter, wenn alle Fragen gestellt werden d\u00fcrften und der Arbeitnehmer das Recht habe, jegliche Information zu verweigern.    <\/p>\n<p>Ging Epstein bei der Abw\u00e4gung von Privatheit und Transparenz also von einem Aushandeln dieser G\u00fcter zwischen den betroffenen Parteien aus, stellte der St. Galler Professor <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/personen\/rainer-j-schweizer\/\">Rainer J. Schweizer<\/a> das Grundrecht auf Selbstbestimmung des Individuums in den Mittelpunkt seiner \u00dcberlegungen. Die Selbstbestimmung sei f\u00fcr die Privatheit und die Pers\u00f6nlichkeitsentfaltung grundlegend. Dies bedeute, dass etwa Medienfreiheit, Forscherinteressen oder Staatssicherheit nicht als \u00aba priori vorrangige Interessen\u00bb gelten. Schweizer kritisierte die neu erlassene Bundesratsverordnung zur fr\u00fchzeitigen Erkennung des Terrorismus. Dort werde festgehalten, dass s\u00e4mtliche Beh\u00f6rden \u00abauf Anfrage jegliche Ausk\u00fcnfte zu erteilen haben\u00bb. Dabei gehe vergessen, dass der v\u00f6lkerrechtliche Menschenrechtsschutz selbst in Zeiten des Krieges und des Notstandes \u00ababsolute Grenzen\u00bb kenne, was die Abweichung von Schutzpflichten betrifft: \u00abGegen\u00fcber hochrangigen dringlichen kollektiven Informationsbed\u00fcrfnissen bleibt ein Kern des Privatlebensschutzes notstandsfest.\u00bb<\/p>\n<p><i class=\"fa fa-file-pdf-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i> <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/nzz_20011201_s18.pdf\">NZZ 1.\/2. Dezember 2001, Seite 18<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(NZZ \u2013 INLAND &#8211; Samstag\/Sonntag, 1.\/2. Dezember 2001, Nr. 280, Seite 18) Referate zur Privacy-Debatte in Z\u00fcrich hof. Wie umfassend ist der Schutz der Privatsph\u00e4re? Und wie viel m\u00fcssen die B\u00fcrger von sich preisgeben? 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