{"id":3702,"date":"2018-08-01T20:31:36","date_gmt":"2018-08-01T18:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/progress-foundation.nexline.ch\/?p=3702"},"modified":"2021-07-12T23:35:18","modified_gmt":"2021-07-12T21:35:18","slug":"wo-null-toleranz-imperativ-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pf.annen.ch\/en\/2018\/08\/01\/wo-null-toleranz-imperativ-ist\/","title":{"rendered":"Wo Null-Toleranz imperativ ist"},"content":{"rendered":"<p>Der forensische Psychiater Frank Urbaniok legt in unserem 2017 erschienenen Buch &#8220;Total Data \u2013 Total Control&#8221; dar, wie aus seiner Sicht mit gewaltbereiten Straft\u00e4tern umgegangen werden sollte. Der Toleranzbegriff f\u00fchre hier in die Irre. Die Gesellschaft habe ein Recht darauf, vor gef\u00e4hrlichen Straft\u00e4tern gesch\u00fctzt zu werden. Der Opferseite werde zu wenig Beachtung geschenkt, meint Urbaniok: Weil unser Rechtssystem nach dem Schuldprinzip funktioniere, werde das Opfer zu einem &#8220;Beweismittel&#8221; im Rechtsverfahren degradiert. Nach seiner Ansicht sollte das Pr\u00e4ventionsprinzip ebenso stark gewichtet werden wie das Schuldprinzip. Das sei ganz im Sinne des Opferschutzes. Wenn man die Straft\u00e4ter und ihre Taten analysiere und ein Risikoprofil hinsichtlich ihrer m\u00f6glichen R\u00fcckf\u00e4lligkeit erstelle, k\u00f6nne man n\u00e4mlich eine zielgerichtete und risikosenkende Therapie in Angriff nehmen. <\/p>\n<p>Sowohl beim Schuldprinzip als auch beim Pr\u00e4ventionsprinzip gelte das rechtsstaatliche Erfordernis der Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit. Diese sei einerseits durch &#8220;populistische Instrumentalisierung&#8221; gef\u00e4hrdet, indem Ausnahmef\u00e4lle skandalisiert und f\u00fcr extreme politische Forderungen missbraucht w\u00fcrden. Andererseits drohe eine &#8220;b\u00fcrokratische \u00dcbersteuerung und Verschleierung&#8221;. So blieben manche Straft\u00e4ter aus rein b\u00fcrokratischen und formaljuristischen Gr\u00fcnden trotz erfolgreicher Therapie viel zu lange im Strafvollzug, was sich negativ auf den Therapieerfolg auswirken k\u00f6nne. Eine Verschleierung erfolge h\u00e4ufig aus Gr\u00fcnden der &#8220;politischen Korrektheit&#8221;, etwa wenn in der statistischen Erfassung von Straftaten der Nationalit\u00e4t keine Bedeutung beigemessen werde. Es sei schliesslich Tatsache, dass Personen mit Migrationshintergrund \u00fcberproportional oft in Kriminalstatistiken aufschienen. Diese H\u00e4ufigkeit k\u00f6nne nicht allein mit sozialen Faktoren wie z.B. dem geringen Bildungsstand erkl\u00e4rt werden, meint Urbaniok. Es fehle auf beiden Seiten des politischen Spektrums am Wille zu einer differenzierten Diskussion der (Ausl\u00e4nder-)Kriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der Text ist hier als PDF verf\u00fcgbar:<\/p>\n<p><i class=\"fa fa-file-pdf-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i> <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Frank_Urbaniok.comp_.pdf\">Wo Null-Toleranz imperativ ist<\/a><\/p>\n<p><strong>BUCH<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/publikationen\/buecher\/total-data-total-control\/\">Total Data &#8211; Total Control<\/a> (NZZ Libro) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der forensische Psychiater Frank Urbaniok legt in unserem 2017 erschienenen Buch &#8220;Total Data \u2013 Total Control&#8221; dar, wie aus seiner Sicht mit gewaltbereiten Straft\u00e4tern umgegangen werden sollte. Der Toleranzbegriff f\u00fchre hier in die Irre. Die Gesellschaft habe ein Recht darauf, vor gef\u00e4hrlichen Straft\u00e4tern gesch\u00fctzt zu werden. 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