{"id":4204,"date":"2010-03-17T23:41:31","date_gmt":"2010-03-17T22:41:31","guid":{"rendered":"http:\/\/progress-foundation.nexline.ch\/?p=4204"},"modified":"2021-07-15T01:31:55","modified_gmt":"2021-07-14T23:31:55","slug":"freiheit-als-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pf.annen.ch\/en\/2010\/03\/17\/freiheit-als-ziel\/","title":{"rendered":"Freiheit als Ziel"},"content":{"rendered":"<p>(NZZ \u2013 INTERNATIONAL &#8211; Mittwoch, 17. M\u00e4rz 2010, Nr. 63, Seite 9)             <\/p>\n<p><em><strong>Robert E. Hunter und Ulrich Weisser zur Zukunft der Nato<\/strong><\/em>   <\/p>\n<p><span style=\"font-size:110%\">Die Nato wird 2010 bedeutsame Weichenstellungen f\u00fcr die Zukunft vornehmen m\u00fcssen. Das sicherheitspolitische Umfeld hat sich stark ver\u00e4ndert. Wie die Allianz auf die Herausforderungen eingehen soll, ist noch Gegenstand intensiver Debatten.<\/span>     <\/p>\n<p><em>J\u00fcrg Dedial<\/em> \u2022 Dass die Nato vor vielf\u00e4ltigeren und komplexeren Herausforderungen steht als je zuvor, ist kaum umstritten. Von einer urspr\u00fcnglich atlantischen Allianz ist sie l\u00e4ngst zu einer global engagierten Organisation geworden. Entsprechend haben sich die Sicherheitsbegriffe gewandelt, die dem B\u00fcndnis Planung und Handeln diktieren. Irritierend ist, dass dabei oft der tiefere Daseinszweck aus dem Auge verloren zu gehen scheint. Gerade das Engagement der Nato in Afghanistan l\u00e4sst dies immer wieder offensichtlich werden. Wozu dient die Pr\u00e4senz amerikanischer und europ\u00e4ischer Soldaten im Hindukusch? Steht dort westliche Sicherheit tats\u00e4chlich auf dem Spiel?    <\/p>\n<p><strong>Europa muss mehr tun<\/strong>    <\/p>\n<p>Der amerikanische Sicherheitsexperte <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/personen\/robert-e-hunter\/\">Robert E. Hunter<\/a>, unter anderem fr\u00fcherer Botschafter seines Landes bei der Nato, hat diese Frage ins Zentrum eines Vortrages gestellt, den er am Dienstagabend vor der Progress Foundation in Z\u00fcrich gehalten hat. Hunter kommt zum Schluss, dass es noch wie zur Zeit des Kalten Krieges um die Bewahrung westlicher Freiheit geht. Eines der grossen Probleme bestehe aber darin, dass die Wahrnehmung der Bedrohungen nicht mehr so unmittelbar sei wie damals. Dies stelle den nordatlantischen Konsens immer mehr in Frage, und wenn sich das B\u00fcndnis bis Ende dieses Jahres eine neue Strategie geben wolle, m\u00fcsse Einigkeit in Bezug auf die Bedrohungsanalyse erreicht werden.    <\/p>\n<p>Hunter entwarf sehr differenzierte L\u00f6sungsans\u00e4tze. Er akzeptiere durchaus asymmetrische Zielsetzungen, die auch psychologisch zu erkl\u00e4ren seien: die Amerikaner mit der milit\u00e4rischen Hardware, die europ\u00e4ischen Partner mit zivilem Einsatz zugunsten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung. Dies bedingt seiner Meinung nach allerdings ein wesentlich umfassenderes Engagement Europas, was am besten mit einer engen Zusammenarbeit zwischen Nato und EU zu bewerkstelligen sei. Hunter nennt dies ein \u00absingle package\u00bb, also einen integralen L\u00f6sungsansatz. Nur so, hob er hervor, k\u00f6nne langfristig eine Identit\u00e4t der Interessen gewahrt bleiben.    <\/p>\n<p><strong>Der Bock als G\u00e4rtner?<\/strong>    <\/p>\n<p>Weit weniger stringent argumentierte der ehemalige deutsche Vizeadmiral <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/personen\/ulrich-weisser\/\">Ulrich Weisser<\/a>, der vor der Progress Foundation vor allem eine enge Kooperation zwischen den USA, Europa und Russland zur Sicherung der Freiheit beschwor. Weisser, bekannt als Advokat einer Einbindung Russlands in neue Sicherheitsarrangements, liess freilich offen, wie dies konkret geschehen soll. Im Falle Irans, aber auch des Nahen Ostens oder gewisser Probleme in Asien blendete Weisser aus, dass kein geringer Teil der Sicherheitsdefizite auf die wenig kooperative Haltung Moskaus oder Pekings zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Integrale L\u00f6sungen w\u00e4ren gut. Aber man muss darauf achten, dass man dabei nicht den Bock zum G\u00e4rtner macht.    <\/p>\n<p>Auch zu der Frage, wie das B\u00fcndnis die Anforderungen erf\u00fcllen soll, denen es nach Auffassung Weissers nachkommen m\u00fcsste, blieb die Antwort offen. Eines der Kernprobleme der Allianz, die krassen Unterschiede bei der Lastenverteilung zwischen den USA und den europ\u00e4ischen Partnern, wird sich bei einer Ausdehnung der Aufgaben des B\u00fcndnisses noch versch\u00e4rfen. Europa wird achtgeben m\u00fcssen, dass dieses Missverh\u00e4ltnis nicht zu einem chronischen Leiden der Nato wird.    <\/p>\n<p><i class=\"fa fa-file-pdf-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i> <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/nzz_20100317_s9.pdf\">NZZ 17. M\u00e4rz 2010, Seite 9<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(NZZ \u2013 INTERNATIONAL &#8211; Mittwoch, 17. M\u00e4rz 2010, Nr. 63, Seite 9) Robert E. 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