{"id":962,"date":"2018-03-01T19:30:28","date_gmt":"2018-03-01T18:30:28","guid":{"rendered":"http:\/\/progress-foundation.nexline.ch\/?p=962"},"modified":"2021-07-13T00:23:50","modified_gmt":"2021-07-12T22:23:50","slug":"liberalismus-und-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pf.annen.ch\/en\/2018\/03\/01\/liberalismus-und-eu\/","title":{"rendered":"Liberalismus und EU"},"content":{"rendered":"<p>Vaclav Klaus stellt fest, dass heutzutage der klassische Liberalismus in der Defensive steckt. Der Niedergang der Sowjetunion hat nicht zu einer Welle liberaler Politik gef\u00fchrt, sondern im Gegenteil zu einer Vorherrschaft sozialistischer bzw. sozialdemokratischer Politik. Eine Ursache daf\u00fcr ist das Gef\u00fchl der Menschen, dank des Zusammenbruchs totalit\u00e4rer Staaten einen grossen Freiheitszuwachs geniessen zu k\u00f6nnen. Weiter tragen die materielle F\u00fclle und die &#8220;Oberfl\u00e4chlichkeit und Bequemlichkeit des heutigen Denkens&#8221; dazu bei, dass die Menschen die Wichtigkeit der Freiheit untersch\u00e4tzen. Daher m\u00f6gen sie sich auch kaum f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der liberalen Sache begeistern. Erstaunlicherweise befinden sich Liberalismus sowie Marktwirtschaft und Kapitalismus im Kreuzfeuer st\u00e4ndiger Kritik, die den Anschein erhebt, heutzutage sei viel zu wenig reguliert. Doch dies ist falsch, denn die Regulierungen nehmen zu und lassen kaum mehr Raum f\u00fcr einen wirklich freien Markt. Die Steuerquote steigt stetig, die Staatsverschuldungen ebenso, die Verwaltungsapparate vergr\u00f6ssern sich und die Gesetzestexte werden immer l\u00e4nger. Gerade diese Fehler einer sozialistischen Politik werden in der EU begangen, die sich zu einem b\u00fcrokratischen Projekt der Nivellierung und Vereinheitlichung entwickelt hat.<\/p>\n<p>Beat Gygi zeigt in seinem Beitrag, dass die Schweiz sich im Vergleich mit der EU sehen lassen kann: Regelm\u00e4ssige Spitzenpl\u00e4tze in diversen Rankings, verh\u00e4ltnism\u00e4ssig wenig Regulierungen, dynamisches Wirtschaftswachstum, tiefe Arbeitslosenquote, hohe Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Dennoch gibt es starke Stimmen, die in einem EU-Beitritt Vorteile sehen, z. B. die M\u00f6glichkeit der Mitsprache. Gygi relativiert diese Einflussnahme angesichts der Anzahl Mitgliedsl\u00e4nder und der Macht der grossen Staaten wie Deutschland. Doch die wichtigste Einsicht ist, dass die Funktionsweisen der Schweiz und der EU sich fundamental unterscheiden. Die Schweiz lebt direkte Demokratie und F\u00f6deralismus, die EU-L\u00e4nder ausgepr\u00e4gten Parlamentarismus und Vereinheitlichung innerhalb der EU. Ein EU-Beitritt w\u00e4re nur unter radikalen Ver\u00e4nderungen der schweizerischen Entscheidungsmechanismen zu bew\u00e4ltigen, n\u00e4mlich unter Aufgabe der direkten Demokratie und Subsidiarit\u00e4t &#8211; und damit genau dessen, was letztlich die Schweiz ausmacht.<\/p>\n<p><i class=\"fa fa-file-pdf-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i> <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Vaclav_Klaus.pdf\">V\u00e1clav Klaus: Die schwierigen Zeiten der Liberalen<\/a><br \/>\n<i class=\"fa fa-file-pdf-o\" aria-hidden=\"true\"><\/i> <a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Beat_Gygi.pdf\">Beat Gygi: Immer wieder lockt das Mitreden<\/a><\/p>\n<p><strong>BUCH<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pf.annen.ch\/publikationen\/buecher\/der-liberalismus-eine-zeitlose-idee\/\">Der Liberalismus \u2013 eine zeitlose Idee<\/a> (Olzog Verlag GmbH) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vaclav Klaus stellt fest, dass heutzutage der klassische Liberalismus in der Defensive steckt. Der Niedergang der Sowjetunion hat nicht zu einer Welle liberaler Politik gef\u00fchrt, sondern im Gegenteil zu einer Vorherrschaft sozialistischer bzw. sozialdemokratischer Politik. Eine Ursache daf\u00fcr ist das Gef\u00fchl der Menschen, dank des Zusammenbruchs totalit\u00e4rer Staaten einen grossen Freiheitszuwachs geniessen zu k\u00f6nnen. 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