{"id":9765,"date":"2023-08-22T16:13:36","date_gmt":"2023-08-22T14:13:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.progress-foundation.ch\/?p=9765"},"modified":"2023-09-06T16:51:06","modified_gmt":"2023-09-06T14:51:06","slug":"weniger-rente-fuer-kinderlose-eine-radikale-idee-aber-teilweise-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pf.annen.ch\/en\/2023\/08\/22\/weniger-rente-fuer-kinderlose-eine-radikale-idee-aber-teilweise-richtig\/","title":{"rendered":"Weniger Rente f\u00fcr Kinderlose: eine radikale Idee \u2013 aber teilweise richtig"},"content":{"rendered":"<p><strong style=\"font-size:125%\">Die Finanzierung der Altersvorsorge wird immer mehr zum Problem. Eine ob ihrer Radikalit\u00e4t politisch kaum realisierbare Rentenk\u00fcrzung f\u00fcr Kinderlose gliche die finanzielle Schieflage zwischen Menschen mit und solchen ohne Kinder etwas aus.<\/strong><\/p>\n<p><em>Gerhard Schwarz, Nzz.ch, 08.08.2023<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_9766\" aria-describedby=\"caption-attachment-9766\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/matt-bennett-78hTqvjYMS4-unsplash-960.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"640\" class=\"size-full wp-image-9766\" srcset=\"https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/matt-bennett-78hTqvjYMS4-unsplash-960.jpg 960w, https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/matt-bennett-78hTqvjYMS4-unsplash-960-300x200.jpg 300w, https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/matt-bennett-78hTqvjYMS4-unsplash-960-768x512.jpg 768w, https:\/\/pf.annen.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/matt-bennett-78hTqvjYMS4-unsplash-960-930x620.jpg 930w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9766\" class=\"wp-caption-text\">Sich die Rente von den Kindern anderer bezahlen lassen? Die Frage emotionalisiert.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unl\u00e4ngst ist in der Schweiz der Vorschlag hochgekocht, kinderlosen Frauen und M\u00e4nnern eine kleinere AHV-Rente auszuzahlen als jenen, die Kinder grossgezogen haben. Die Idee hat der deutsche Star\u00f6konom Hans-Werner Sinn schon vor Jahrzehnten lanciert. Sie sch\u00fcrt Emotionen. Die Leserbriefe sind geh\u00e4ssig, von \u00abBl\u00f6dsinn\u00bb ist die Rede. Schliesslich geht es um sehr viel und um sehr Pers\u00f6nliches.<\/p>\n<p>Aber als Denkanstoss ist die Idee trotzdem wertvoll, auch wenn die politische Realisierbarkeit gering ist. Die Einw\u00e4nde \u00fcberzeugen jedenfalls alle nicht. Offensichtlich falsch ist etwa die Meinung, mit seinem Beitrag finanziere man die eigene AHV. Im sogenannten Umlageverfahren bezahlt man mit den Beitr\u00e4gen die AHV-Rente der Generation der Eltern. Wenn man selbst Rente bezieht, tragen die dannzumal Erwerbst\u00e4tigen, also die Generation der Kinder, die Last. Sie finanzieren auch die Renten der Kinderlosen.<\/p>\n<h2>Generationenvertrag in beide Richtungen<\/h2>\n<p>Ein weiterer Einwand lautet, der gesellschaftliche Generationenvertrag umfasse nicht nur die Finanzierung der Altersvorsorge, sondern \u2013 in umgekehrter Richtung \u2013 auch die Bildungsfinanzierung, Zusch\u00fcsse an Kitas, Familienzulagen und steuerliche Vorteile. Hier zahlten die Kinderlosen kr\u00e4ftig mit. Das ist richtig. Das Beziehungsgeflecht zwischen den Alterskohorten ist aber komplexer.<\/p>\n<p>Die milit\u00e4rische Sicherheit wird weitgehend von einem Teil der jungen M\u00e4nner geschultert, und die im Alter hohen Gesundheitskosten, die Kosten der Pflege oder Erg\u00e4nzungsleistungen werden in dem Ausmass, in dem Steuermittel beansprucht werden, stark von den Erwerbst\u00e4tigen finanziert. Schliesslich hinterl\u00e4sst jede Generation \u2013 einschliesslich der Kinderlosen \u2013 der nachkommenden Generation Schulden.<\/p>\n<h2>Verschuldung f\u00fcr Konsum statt Bleibendes<\/h2>\n<p>Das w\u00e4re unproblematisch, wenn Bleibendes finanziert w\u00fcrde, in erster Linie Infrastruktur. Die Verschuldung der Staaten, zumal die implizite, dient aber zunehmend der Umverteilung und dem Konsum, also der Gegenwart. In einer Gesamtschau d\u00fcrften somit auf gesellschaftlicher Ebene mehr Leistungen von Jung zu Alt fliessen als umgekehrt.<\/p>\n<p>In dieser Gemengelage profitieren Kinderlose finanziell. Auf der Ebene der einzelnen Familie sieht es dagegen anders aus. Da fliesst dank Erbschaften oder Kinderh\u00fcten unter Umst\u00e4nden mehr in die andere Richtung.<\/p>\n<h2>Eine halbe Million pro Kind<\/h2>\n<p>Die heftigste Kritik an der Rentenk\u00fcrzung f\u00fcr Kinderlose lautet, viele Menschen seien unfreiwillig kinderlos. Mit einer K\u00fcrzung ihrer Rente w\u00fcrden sie zus\u00e4tzlich zu ihrem Leid noch bestraft. Doch abgesehen davon, dass die Zahl der freiwillig Kinderlosen zunimmt, ist es klar, dass Kinder trotz allen staatlichen Zusch\u00fcssen viel Geld kosten. Man spricht von einer halben Million Franken pro Kind, bis es fl\u00fcgge wird.<\/p>\n<p>Dieses Geld k\u00f6nnen Kinderlose sparen. Tun sie es, stehen sie \u2013 bei sonst \u00e4hnlichen Einkommensverh\u00e4ltnissen \u2013 beim Eintritt ins Rentenalter finanziell deutlich besser da als Eltern von Kindern. Die Ber\u00fccksichtigung der Kinderlosigkeit bei der Festlegung der Rente w\u00fcrde somit helfen, die AHV auf eine stabilere Grundlage zu stellen, und k\u00f6nnte die bestehende finanzielle Schieflage zwischen Menschen mit und solchen ohne Kinder teilweise beheben.<\/p>\n<p>&#8212;<br \/>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/rentenkuerzung-fuer-kinderlose-ld.1750420\">https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/rentenkuerzung-fuer-kinderlose-ld.1750420<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzierung der Altersvorsorge wird immer mehr zum Problem. Eine ob ihrer Radikalit\u00e4t politisch kaum realisierbare Rentenk\u00fcrzung f\u00fcr Kinderlose gliche die finanzielle Schieflage zwischen Menschen mit und solchen ohne Kinder etwas aus. 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